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Büroring / Management
Ernüchternde Bilanz

Vorstand Ingo Dewitz hat den Büroring überraschenderweise verlassen. Viele seiner Ziele hat er nicht erreicht.

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Ingo Dewtz hat sein Amt als Vorstand der Büroing e.G. niedergelegt. Gründe dafür werden in der Mitteilung der Haaner Einkaufsgenossenschaft nicht genannt. Insidern zufolge war die Stimmung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat gut. Sie tippen darauf, dass sich Dewitz beruflich verändern will. Wohin bleibt fraglich. Dewitz war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bis zur Benennung eines Nachfolgers wird Vorstand Jörg Schaefers Dewitz‘ Aufgaben für den Bereich "Marketing und Vertrieb" mit übernehmen.

Insidern tippen darauf, dass sich Dewitz beruflich verändern will

„Ingo Dewitz hat in den Jahren seiner Vorstandstätigkeit mit großem Engagement und vielen neuen Ideen den Büroring mit seinem Kollegen Jörg Schaefers und den Mitarbeitern zu seiner heutigen Marktbedeutung geführt“, kommentiert Aufsichtsratschef Hermann Kaiser den Weggang in einem Brief an die Mitglieder. Dafür gelte Dewitz „größter Respekt" und der Dank des Aufsichtsrats, der Mitarbeiter und der Büroring-Mitglieder.

Wie groß aber ist die Marktbedeutung des Büroring heute? Dewitz hatte, als er 2010 von Samsung zum Büroring kam, Großes vor. Tradition und Technologie sollten die Grundpfeiler seiner Strategie bilden. An Tradition fehlt es der Genossenschaft bis heute nicht. Im PBS-Bereich wirkt sie bei der Konsolidierung der Branche an vorderster Front. Was die technologische Expertise betrifft, zeigt sie sich nicht in der ersten Reihe. Das Thema IT ist bei den Genossen nach wie vor ein zartes Pflänzchen. Beim Thema Drucken hinkt man den eigenen Zielsetzungen hinterher.
Beispielsweise wollte Dewitz die Büroprint-Marketinggruppe zu einer herstellerunabhängigen Fachhandels-Vertriebsorganisation ausbauen, die in unmittelbaren Wettbewerb zu den Direktvertriebsorganisationen verschiedener Hersteller treten kann. Sogar eine flächendeckende Serviceorganisation war geplant. Der operative Vollzug dieser Pläne lässt bis heute auf sich warten.

Verfehlte Ziele: Statt 680 zählt der Büroring heute 303 Mitglieder

Auch wirtschaftlich erfüllte Dewitz seine Versprechungen nicht. Den Umsatz mit Vertragslieferanten wollte er verdoppeln, die Zahl der Mitglieder auch. Beides misslang. Statt 680 zählt der Büroring heute 303 Mitglieder.

Die Ursachen für diese Entwicklung scheinen vielfältig: Kurz nach seinem Einstieg beschäftigte Dewitz vor allem die Pleite von BT Kopier, einem der größten Mitglieder. Sie brachte die Genossenschaft finanziell stark in die Bedrouille. In den letzten Jahren hemmte der Aus- und Umbau der Haaner Lagers den erhofften Aufschwung. Darüber hinaus wirkten die Aktivitäten von Vorstand und Aufsichtsrat eher gemütlich.
„Gemeinsam sind wir stark, wir werden auch diese Situation meistern", schlossen die Aufsichtsräte ihren Brief an die Mitglieder.

Stärke allein aber könnte nicht reichen, um die Herausforderungen der Zukunft zu meisten. Es braucht auch eine schlüssige Strategie – und ein Management, das sie zum Fliegen bringt. 

Veröffentlicht am 31.08.2018