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DIGI.REPORT-Artikel

3D-Druck / Dienstleister
Vom Lohnfertiger zum Generalunternehmer

Die Solidteq GmbH kündigt eine neue Softwarelösung an, die den Herstellungs- und Abstimmungsprozess mit den eigenen Kunden verbessern soll. Damit will der Dienstleister die Transparenz in der 3D-Druck-Serienproduktion erhöhen und den steigenden Koordinationsaufwand meistern.

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Das neue Werkzeug soll das Projektmanagement von der Auftragserteilung, über die Produktionsplanung und -steuerung bis hin zur Qualitätskontrolle erleichtern. Von der Digitalisierung und Standardisierung der Vertriebs- und Produktionsprozesse verspricht sich der Anbieter zudem eine Erhöhung der Prozessqualität und –stabilität. Kunden sollen den Prozess von der Datenübertragung bis hin zur Nachverfolgung des Projektstatus online verfolgen können. Die Einführung der Softwarelösung ist zu Beginn des kommenden Jahres geplant.

Schnittstelle zwischen Anwendern und Anbietern bilden und größtmögliche Transparenz für beide Seiten ermöglichen

Die Solidteq GmbH, ein Start-up der Rheinmetall Automotive AG, ist Spezialist für den 3D-Druck in Metall. Mit der Software-Lösung will sie die Serienproduktion im 3D-Druck ermöglichen. „Unsere vergangenen Projekte haben gezeigt, dass wir zunehmend in die Rolle eines Generalunternehmers mit gestiegenem Koordinationsaufwand in jeder Projektphase hineinwachsen müssen“, erklärt Benedikt Szukala, Leiter Unternehmensentwicklung von Solidteq. Hier setzt die neue Softwarelösung an. „Ziel ist es, dass sie die Schnittstelle zwischen uns und unseren Kunden abbildet und eine größtmögliche Transparenz für beide Seiten ermöglicht.“

Nach Angaben des Unternehmens bringt die Industrialisierung des 3D-Drucks neue Anforderungs- und Verantwortungsszenarien mit sich: Die hohe Designfreiheit und verbesserte Produktfunktionalität in der additiven Fertigung korrespondiere in der Regel mit einer wesentlich höheren Komplexität des Endproduktes. Und diese Komplexität wirke sich in der Serienfertigung auch auf die vor- und nachgelagerten Fertigungsphasen aus.

Notwendige Prozessanpassungen frühzeitig erkennen

Dazu zähle beispielsweise die spezifische mechanische Nachbearbeitung und Veredlung eines Produktes, etwa durch Wärmebehandlung, Schweißen, Beschichten oder Lackieren. Nur wer diese Prozessschritte frühzeitig in den Blick nehme, könne auch frühzeitig auf notwendige Anpassungen reagieren, etwa durch ein Design, mit dem sich eine optimierte Reihenfolge der Bearbeitungsschritte erreichen lässt.

Darüber hinaus falle in einem komplexen Umfeld dem reibungslosen Zusammenspiel der unterschiedlichen Fertigungspartner eine zentrale Rolle zu. Schnittstellenmanagement werde zur Königsdisziplin. Die Anforderungen an die Fertigungspartner stiegen sowohl sachlich-fachlich als auch in punkto Projektkommunikation und Abstimmungsprozesse.

Breites Spektrum integrierter Fach- und Sozialkompetenz gefordert

Ein Dienstleister müsse daher in der Lage sein, die hohe Komplexität in den Griff zu bekommen, heißt es bei Solidtec. „Wir glauben, dass sich in der Zukunft jeder 3D-Druck-Anbieter entscheiden muss: Entweder er bleibt reiner Lohnfertiger und Teilelieferant“, sagt Szukala. „Oder er übernimmt sukzessive die Rolle eines Generalunternehmers, der alle Phasen des Additiven Fertigungsprozesses verantwortlich abdeckt. Was er dafür braucht, ist ein interdisziplinäres Kompetenzportfolio.“

Das wiederum bestehe aus einem breiten Spektrum integrierter Fach- und Sozialkompetenz. Dazu gehörten solide Kenntnisse in der Additiven Fertigung – angefangen in der Konstruktion, über CAD-Modell und Druck bis hin zur mechanischen Bearbeitung. Nicht zuletzt sollte das Unternehmen in der Lage sein, alle Prozessbeteiligten konstruktiv zu einem stimmigen Projekt-Orchester zusammenzuführen.


Veröffentlicht am 19.11.2018



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