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Ricoh / ColorGate-Übernahme
Zugpferd ohne Pflug

Ricoh übernimmt mit ColorGATE einen Spezialisten für den industriellen Druck. Damit ebnet das japanische Unternehmen den Weg in ein neues Marktsegment, für das ihm allerdings noch die passenden Maschinen fehlen. 

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Die japanische Ricoh Company Ltd. will bis zum 30. November 2018 alle Anteile der ColorGATE Digital Output Solutions GmbH in Hannover übernehmen. Das 1997 gegründete Unternehmen verfügt über eine Farbmanagement-Technologie, die das Bedrucken einer Vielzahl von Materialien unterstützt, die für Verpackungen, Boden- und Wandbeläge sowie Textilien und Beschilderungen verwendet werden. Experten fassen diese Anwendungen in der Kategorie „Industrie-Druck“ zusammen.

„Durch die Kombination der hauseigenen Softwaretechnologie von ColorGATE mit unseren eigenen Industriedruckern wird Ricoh Lösungen bereitstellen können, die den gesamten Druck-Workflow von der Vorstufe bis zur Weiterverarbeitung abdecken“, sagt Peter Williams, der bei Ricoh die Sparte Commercial Printing / Industrial Printing verantwortet.

Kaum Industrie-Drucker im Portfolio

ColorGate beschäftigt 35 Mitarbeiter und schrieb im letzten Geschäftsjahr eine schwarze Null. Die Übernahmen durch Ricoh lag nahe, weil sowohl ColorGate als auch Ricoh Deutschland ihren Firmensitz in Hannover haben. Zudem hatte Ricoh zu Jahresbeginn seine Wachstumsstrategie „Ricoh Ignite“ vorgestellt, die u.a. die Erweiterung des Portfolios an Drucktechnologien vorsieht. Die Investition in ColorGATE sei Teil dieses Plans, meldet das Unternehmen.

In das Geschäftsfeld Commercial Printing / Industrial Printing will Ricoh in den kommenden Jahren knapp 800 Millionen Euro investieren und den Jahresumsatz dadaurch um rund 80 Prozent auf dann 3,4 Milliarden Euro steigern. Ohne massive Zukäufe kann dieser Plan aber nicht gelingen.

Der Grrund: Das Zugpferd ColorGate hat bislang kaum Pflüge, mit denen es den Markt durchfurchen und fruchtbar machen könnte. Wer auf der Ricoh-Homepage das aktuelle Druckerportfolio recherchiert, findet eine Vielzahl an Maschinen für den Office-Druck sowie für den papierbasierten Produktionsdruck („Commercial Printing“). Die Zahl der echten Industriedrucker aber bleibt überschaubar. Für den Textildruck sind lediglich zwei Modelle gelistet. Für Verpackungen, Boden- und Wandbeläge sowie Beschilderungen dagegen kein einziges.

Veröffentlicht am 19.11.2018