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DIGI.REPORT

3D-Druck / Anwendungen
Open Source für Material und Maschine

Der niederländische Hersteller Ultimaker baut einen offenen Marktplatz für 3D-Druck- Materialdruckprofile auf. Die Profile sollen die Rüstzeiten für bestimmte Bauteile verkürzen - und eine Alternative zu geschlossenen Konzepten bieten.

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Wer ein Bauteil in hoher Qualität per 3D-Druck fertigen will, muss das Zusammenspiel von Material, Maschine und Druckprozess optimieren. Passt das Material zur Anwendung? Auf welchem 3D-Drucker kann es verarbeitet werden? Welche Parameter führen den Druckprozess zum gewünschte Erfolg? Diese Fragen gilt es für jede Anwendung neu zu klären. Und das kostet viel Zeit.

Rüstzeiten verkürzen

Mit den Materialdruckprofilen will Ultimaker die Rüstzeiten für seine 3D-Desktop-Drucker erheblich verkürzen. Die Profile liefern geprüfte Daten, mit welchen Parametern bestimmte Bauteile mit bestimmten Materialien auf den Maschinen des Herstellers zu fertigen sind. Aufwändige Tests und die manuelle Eingabe von Parametern sollen dadurch entfallen.

Der Zugriff auf den Marktplatz für die Materialdruckprofile erfolgt über die kostenfreie Software Ultimaker Cura 3.6, die der Druckvorbereitung dient. Die ersten, verfügbaren Profile kommen von fünf verschiedenen Herstellern: BASF, Clariant, DSM, DuPont und Owens Corning.

Antwort auf die geschlossenen Systeme der Konkurrenz

„Das ist nur der Anfang“, sagte Paul Heiden, Chef des Produktmanagements bei Ultimaker, bei der Vorstellung des Marktplatzes. „Seit dem Start unseres Kooperationsprogramms im Frühjahr 2018 haben uns mehr als 60 Unternehmen kontaktiert, um neue und bestehende Materialien für Ultimaker 3D-Drucker tauglich zu machen.“ Unternehmen, die Verbund-, hitzebeständige-, ESD- oder transparente Materialien benötigen, könnten nun die geeigneten Druckprofile aus einem neuentstehenden Markt für Werkstoffe auswählen. „Sie profitieren von einer Gesamtlösung, in der Hardware, Software und Materialien vollkommen aufeinander abgestimmt sind“, glaubt Heyden. „Nur so entstehen zuverlässige Druckergebnisse und neue 3D-Druckanwendungen werden erschlossen.“

Der offene Marktplatz á la Ultimaker ist eine Antwort auf die geschlossenen Systeme der Konkurrenz. Marktführende Hersteller wie Stratasys oder 3D-Systems bieten für die eigenen Maschinen in der Regel auch nur eigene Materialien. Das sichert zwar die Prozessqualität, begrenzt aber den Wettbewerb und die Auswahl an Materialien.

Auch HP hat für seine 3D -Drucker eine offene Plattform für Materialien begründet. Auch hier werden die Lieferanten und Materialien zertifiziert. Geprüfte Datenprofile für einzelne Anwendungen stellt der Hersteller unseren Recherchen zufolge aber nicht zur Verfügung.


Veröffentlicht am 16.12.2018



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