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Dell Technologies / Geschäftsbericht
Miese Ausgangslage

Nach fünf Jahren ist Dell Technologies an die Börse zurückgekehrt – hoch verschuldet und mit Verlusten im Tagesgeschäft. Die Chancen, dass das Unternehmen an die Erfolge früherer Tage anknüpfen kann, stehen schlecht.

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Dell Technologies hat das Geschäftsjahr 2019 (bis 31. Januar) mit einem Rekordumsatz abgeschlossen. Das Unternehmen erwirtschaftete Erlöse von 90,6 Milliarden US-Dollar, rund 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Allerdings verdiente es damit kein Geld. Die operative Umsatzrendite lag bei -0,2 Prozent. Im Geschäftsjahr 2013, vor dem Rückzug von der Börse, waren es noch 3,0 Prozent gewesen.

Was hat die Auszeit tatsächlich gebracht?

Firmengründer Michael Dell hatte die Firma 2014 mit Unterstützung von Investoren von der Börse genommen, um sie abseits der Öffentlichkeit fit für die Zukunft zu machen. Nach der Rückkehr im Dezember 2018 aber stellt sich die Frage: Was hat die Auszeit tatsächlich gebracht?

Die Chancen, an die Erfolge früherer Tage anzuschließen, stehen denkbar schlecht, meinen Marktbeobachter. Die Indizien dafür mehren sich.

Zwar steigerte Dell die Umsätze im Servergeschäft im letzten Geschäftsjahr um 28 Prozent. Gleichzeitig verlor der Marktführer Marktanteile. Die Gewinner kamen aus China und hießen Lenovo und Huawei. Diese Konkurrenz wird den Preisdruck auch in Zukunft hoch halten - und die Gewinnaussichten für Dell niedrig.

Das Unternehmen gehört nun vollständig den Banken

Als Technologielieferant bietet Dell ein breites Portfolio für Büros und Rechenzentren. Allerdings erwirtschaftet das Unternehmen nur ein Fünftel seines Umsatzes mit produktnahen Dienstleistungen. In Zukunftsmärkten wie der Vermietung von Rechen- und Speicherkapazitäten („Infrastructure a s a Service“) ist es nicht aktiv.

Nicht nur im Tagesgeschäft schreibt Dell nach wie vor Verluste. Die horrenden Zinszahlung für die Übernahme von EMC – Dell zahlte für den Speicherspezialisten 2016 rund 68 Milliarden US-Dollar – drückten das Ergebnis zuletzt zusätzlich um rund 2,2 Milliarden US-Dollar nach unten. Wie sich die Übernahme wirtschaftlich rechnen soll, ist derzeit nicht absehbar.

Das Vermögen des Unternehmens gehört inzwischen komplett den Banken. Das Eigenkapital ist im Geschäftsjahr 2019 fast auf Null abgeschmolzen. Das Unternehmen steht kurz vor der Überschuldung. Der finanzielle Bewegungsspielraum nimmt dadurch rapide ab.
Firmenchef Michael Dell hält sich mit öffentlichen Erklärungen zur Strategie und Zukunft des Unternehmens auffällig zurück. In der Mitteilung zum Ergebnis des letzten Geschäftsjahres lässt er sich mit keinem Wort zitieren. Um Kunden und Aktionäre nicht zu verunsichern, zieht er es vor, zu schweigen.

 

Dell Technologies Inc.
Umsatz, operative Rendite, Vermögen, Schulden, Goodwill
Geschäftsjahr 1 Umsatz (Mrd. $) operativer Gewinn (Mrd. $) 2 operative Rendite (%) Vermögen (Mrd. $) Schulden (Mrd. $)
2019 90,6 -0,2 -0,2 111,8 111,6
2018 78,7 -2,4 -3,1 124,2 106,9
2017 61,6 -3,3 -5,3 118,2 99,0
2016 50,9 -0,5 -1,0 45,1 43,6
2015 kein Geschäftsbericht veröffentlicht
2014 kein Geschäftsbericht veröffentlicht
2013 56,9 3,0 5,3 47,5 36,8
2012 62,1 4,4 7,1 45,4 35,2
Quelle: Dell;  1 = Geschäftsjahr: bis 31.1.; 2 = operating income

Veröffentlicht am 08.03.2019