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Big Data / Gesundheitswesen
Startschuss für die personalisierte Medizin

Wie lassen sich Patientendaten massenhaft und sicher für medizinische Zwecke nutzen? Auf diese Frage wollen sechs Forschungseinrichtungen in Deutschland eine praktikable Antwort liefern.

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"Die Digitalisierung in der Medizin birgt große Chancen“, sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. „Sie erfordert aber auch Vertrauen. Sind meine Daten sicher? Diese Frage stellen sich die Menschen gerade bei hochsensiblen Daten wie medizinischen Befunden. Wenn wir die Chancen gerade der personalisierten Medizin nutzen wollen, müssen wir die Vertraulichkeit von Daten sicherstellen.“

Interdisziplinäre Forschung mit Experten aus IT-Sicherheit, Datenschutz, Künstliche Intelligenz und Medizin

Vor diesem Hintergrund wollen künftig sechs Helmholtz-Zentren gemeinsam erforschen, wie Patientendaten sicher und effizient verarbeitet werden können. Im neuen "Helmholtz Medical Security, Privacy and AI Research Center" (HMSP) werden Forschende aus den Bereichen IT-Sicherheit, Datenschutz, Künstliche Intelligenz und Medizin zusammenarbeiten, um Lösungen beispielsweise für die individualisierte Medizin zu entwickeln. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist die größte Wissenschaftsorganisation in Deutschland.

Forscherinnen und Forscher weltweit sammeln täglich Patientendaten aus Blutproben, Röntgenbildern oder Genanalysen. Damit wollen sie beispielsweise neue Therapien für Volkskrankheiten wie Demenz, Krebs oder Infarkte entwickeln. Diese stets wachsenden biomedizinischen Datenmassen sicher und effizient auszuwerten, ist eine große Herausforderung für die Forschenden. Personalisierte Medizin gilt als Schlüsselthema für alternde, westliche Gesellschaften, da sie Patientinnen und Patienten neuartige, genau auf sie zugeschnittene Behandlungsmethoden verspricht. Zudem ist sie - angetrieben durch die rasanten Entwicklungen bei der Künstlichen Intelligenz (KI) - ein stark wachsender Markt.

Um diese Chancen zu nutzen, muss allerdings ein sicherer Umgang mit den dafür notwendigen Patientendaten gewährleistet sein. An diesem Ziel arbeitet das HMSP.

Ziel: Analyse und Verarbeitung von Patientendaten im verschlüsselten Zustand

"Das Sammeln, Analysieren und Weiterentwickeln dieser riesigen medizinischen Datenbestände ermöglicht Forschern nie dagewesene Einsichten und eröffnet neue Wege“, erläutert Professor Michael Backes, Sprecher des HMSP. „Dies in einer vertrauenswürdigen, sicheren und effizienten Weise zu tun, erfordert gänzlich neue Methoden und interdisziplinäre Spitzenforschung.“ Dank neuartiger Verfahren soll u. a. zukünftig eine effiziente Analyse und Verarbeitung von Patientendaten im verschlüsselten Zustand möglich werden. "Dadurch stellen wir einerseits die Privatheit dieser hochsensiblen Informationen sicher und eröffnen Forschenden andererseits den essenziellen Datenzugang zur Weiterentwicklung der personalisierten Medizin."


Veröffentlicht am 04.06.2019