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DIGI.REPORT

Digitalisierung / Einkauf
Falsches Selbstbild

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die Bedeutung des Einsatzes elektronischer Lösungen zur Optimierung der Beschaffungsaktivitäten wird vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen zu wenig erkannt. Rund 30 Prozent der Einkäufer haben mit elektronischer Lieferantenanbindung noch nicht begonnen.

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Der Einkauf weiß, was er braucht, um noch erfolgreicher handeln zu können, aber er bringt derzeit in so manchem Unternehmen kein befriedigendes Gesamtpaket auf die Straße. Zu den Hinderungsgründen gehören eine heterogene Toollandschaft im Unternehmen, die bisher unzureichende Implementierung adäquater Bausteine im operativen Einkauf, die mangelnde Unterstützung der IT sowie viele zögerliche Lieferanten. Das hat eine gemeinsame Umfrage des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) und der Netfira GmbH ergeben. Die Online-Befragung lief vom 4. Dezember 2018 bis 9. Januar 2019. Die Auswertung basiert auf 324 Online-Fragebögen.

„Die jüngsten Umfrage-Ergebnisse bestätigen einen Trend, den wir bereits seit einigen Jahren beobachten, betont BME-Hauptgeschäftsführer Silvius Grobosch. Die Bedeutung des Einsatzes elektronischer Lösungen zur Optimierung der Beschaffungsaktivitäten wird noch nicht in jedem Unternehmen erkannt. Das gilt insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe.“

BME: Viel Aufklärungsarbeit nötig

Mit der fortschreitenden Digitalisierung werde dieses Thema noch wichtiger. Hier sei weiterhin viel Aufklärungsarbeit zu leisten, wie die aktuelle Online-Erhebung beweise. Damit die deutsche Wirtschaft international wettbewerbsfähig bleibe, müsse sie die Vorteile der neuen digitalen Technologien stärker für sich nutzen.

„Grundvoraussetzung für mehr Effizienz ist die Eliminierung manueller Tätigkeiten. Stimmen die Werkzeuge nicht, bleibt der Einkauf bei Automatisierung und Digitalisierung auf halber Strecke stehen“, sagt Netfira-Geschäftsführer Reinald Schneller. Traditionelle Lösungsansätze seien heute nicht mehr zeitgemäß, beispielsweise EDI und OCR. Der Einkauf brauche belastbare Argumente für Einsatz, Nutzen und rasche Amortisation handhabbarer Tools im operativen Einkauf, um Unternehmensleitung, IT und auch Lieferanten vom Mehrwert passender Bausteine Selbstbild des Einkaufs korresponidert nicht mir der Realitätkorr

Papierberge: Weit weg vom technisch Möglichen 

Die Autoren leiten aus der Umfrage folgende Kernaussagen ab:
* Der Einkauf sieht sich vielfach als Innovationstreiber im Unternehmen – diese Einschätzung korrespondiert nicht mit der Realität in den Unternehmen.
* Über die Hälfte der Befragten kämpft noch immer mit Papierbergen und räumt ein, weit weg davon zu sein, was technisch möglich ist.
* Drei Viertel haben E-Tools zur „Einkaufsautomatisierung“ im Einsatz. Aber: Bei der Definition herrscht ein uneinheitliches Verständnis.
* Am zeitintensivsten ist für die Befragten manuelles Prüfen, etwa von Posten und Preisen auf den Auftragsbestätigungen. Darunter leiden vor allem Bereiche wie Beziehungspflege und Lieferantenbewertung.
* Große Bedeutung wird dem vollautomatisierten Daten- und Dokumentenaustausch in beide Richtungen zugeschrieben – ohne Nachprüfung. Als größte Herausforderung wird die Situation auf der „anderen Seite“ gesehen. Angeführt wird, dass Lieferanten oft zu klein oder technisch nicht in der Lage sind, sich an verschiedene Kundensysteme anzudocken. Beklagt wird auch die unzureichende Motivation der IT, sich neuen Lösungen zuzuwenden.
* Die Anbindung sollte auch für die Lieferanten möglichst aufwandsfrei und weitgehend kostenneutral erfolgen – als Grundstein für vollautomatischen Austausch von Daten und Dokumenten.
* Die Einkäufer meinen, durch eine optimierte Zusammenarbeit mit Lieferanten ihre eigenen Ziele schneller erreichen zu können. Rund 30 Prozent der Einkäufer aber haben mit elektronischer Lieferantenanbindung noch gar nicht begonnen.


Veröffentlicht am 04.06.2019