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Digitalmesse / Enterfairs
Total digital

Mit der Enterfairs soll im November 2019 die erste Kongressmesse Premiere feiern, die sich dem Thema Digitalisierung ausschließlich in virtuellen Räumen widmet. Mit dem Initiator Johannes Gorzawski sprach SERVICE.REPORT.IT über die Ziele des neuartigen Veranstaltungsformates.

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SERVICE.REPORT.IT: Herr Gorzawski, 2019 ist das erste Jahr seit mehr als einem Viertaljahrhundert, in dem es keine CeBIT mehr gibt. Ist es Zufall, dass Sie ausgerechnet in diesem Jahr mit der Enterfairs eine neue Digitalmesse aus der Taufe heben?

Gorzawski: Als das Aus der CeBIT offiziell verkündet wurde, hatte ich mich bereits entschlossen, die Enterfairs zu machen. Die Branche braucht eine Veranstaltung, die sich vollumfänglich dem Thema Digitalisierung widmet. Und ich wollte eine Messe, die sich mit disruptiven Technologien und Themen beschäftigt, erstmals auch in ein disruptives Format packen.

SERVICE.REPORT.IT: Sie wollen die Enterfairs zu einer Leitmesse für das Thema Digitalisierung machen. Was tun Sie dafür, dass diese Vision in Erfüllung geht?

Gorzawski: Es gibt viele Veranstaltungen, die sich dem Thema Digitalisierung widmen, aber eben nicht in einer Breite, die die gesamte digitale Wertschöpfungskette abbildet. Außerdem vereinfachen wir im Vergleich zu klassischen Messeformaten den Zugang sowohl für Besucher als auch für Aussteller. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass beide Seiten auf der Messe zueinander finden.

SERVICE.REPORT.IT: Klassische Kongressmessen benötigen Säle und Hallen, in denen sich die Austeller präsentieren. Wie funktioniert eine Kongressmesse im virtuellen Raum?

Gorzawski: Die Besucher nehmen an der Messe von ihrem Arbeitsplatz aus teil. Über den Bildschirm ihres Computers klicken sie sich in das Konferenzcenter und in die Messehallen ein. Dort können sie die Präsentationen der Redner verfolgen und die Stände der Aussteller besuchen, die sie thematisch interessieren. Dafür haben wir die Messe in sechs Themenschwerpunkte gegliedert. Im Schwerpunkt Industrie 4.0 geht es beispielsweise um Themen wie BigData, Internet der Dinge und Analytics, im Schwerpunkt Digital Workplace um den Arbeitsplatz der Zukunft und Lösungen für das Dokumenten- und Kundenbeziehungsmanagement. Im Schwerpunkt Build up the future geht es um Zukunfts-Technologien wie Blockchain oder Künstliche Intelligenz, während der Schwerpunkt IT-Infrastructure Themen wir Cloud-Services oder Mobile Lösungen behandelt.

SERVICE.REPORT.IT: Und wie kommen Aussteller und Besucher persönlich in Kontakt?

Gorzawski: Besucher können sich an den virtuellen Ständen die Informationen der Aussteller herunterladen und anschließend Kontakt zu Ihnen aufnehmen. Sie können erste Fragen aber auch per Chat oder Voice over IP-Anfrage direkt klären. Wie die Aussteller diese Leads anschließend bearbeiten, unterscheidet sich nicht von klassischen Messen.

SERVICE.REPORT.IT: Die Messe findet vom 5. bis 7. November 2019 statt. Was passiert danach?

Gorzawski: Die ersten drei Tage dienen der unmittelbaren Kontaktanbahnung. In dieser Zeit werden die Vorträge gehalten und die Stände der Aussteller sind besetzt. Anschließend folgt eine zweiwöchige On Demand-Phase, in der die Städe zwar nicht mehr besetzt sind, die Besucher aber noch auf alle Präsentationen und Standmaterialien zugreifen können. Am 22. November schließt die Enterfairs dann endgültig ihre Tore.

SERVICE.REPORT.IT: Warum stellen Sie die Angebote nicht unbegrenzt zur Verfügung?

Gorzawski: Weil sich die Besucher für das Thema Digitalisierung bewusst Zeit nehmen sollen. Wenn die Inhalte rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr verfügbar wären, ginge die Exklusivität und die Qualität der Veranstaltung verloren. Schließlich können sich die Besucher hier so umfänglich informieren, wie das auf keiner anderen Website möglich ist.

SERVICE.REPORT.IT: Welche Plattform nutzen Sie, um eine Messe im virtuellen Raum auszurichten?

Gorzawski: Wir arbeiten hier mit einem strategischen Partner zusammen, der virtuelle Kongresse und Messe seit vielen Jahren durchführt. Bislang sind das vor allem Kundenveranstaltungen großer Unternehmen gewesen. Wir sind die ersten, die die Plattfirm nutzen, um eine breit angelegte Digitalmesse auszurichten. Wir haben uns für die Plattform entschieden, weil sie sich bewährt hat und eine intuitive Nutzerführung bietet.

SERVICE.REPORT.IT: Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie?

Gorzawski: Konservativ kalkuliert mit 9.000. Wir rechnen mit 150 Austellern, die jeweils - das sind Erfahrungswerte – rund 60 Besucher mitbringen. Die Akquise durch die Aussteller ist auch in unserem Format ein wichtiger Faktor.

SERVICE.REPORT.IT: Was zahlen die Aussteller? 

Gorzawski: Weitaus weniger als bei klassischen Formaten, vor allem wenn man berücksichtigt, dass keine Reisekosten anfallen. Einen Konferenzbeitrag können Firmen für unter 1.000 Euro buchen. Die Kosten für eine Teilnahme für eine Ausstellung liegen in der gleichen Größenordnung. Zudem bieten wir Sponsoring-Pakete an, für Aussteller, die umfassender auf der Enterfairs für sich werben wollen.

SERVICE.REPORT.IT: Welche Erfahrung haben Sie bislang bei Ihrer Akquise gemacht? Rennen Sie bei potentiellen Ausstellern mit dem neuen Konzept offene Türen rein? Oder müssen Sie sehr viel Überzeugungsarbeit leisten?

Gorzawski: Viele sind dankbar über das neue Angebot. Im digitalen Zeitalter reicht eine Webseite einfach nicht mehr, um von Neukunden gefunden zu werden. Auch hier ist letztlich der richtige Marketing-Mix entscheidend.

SERVICE.REPORT.IT: Was kostet der Eintritt für die Besucher?

Gorzawski: Wir werden den Eintritt unter zehn Euro halten. Wir machen den Eintritt nicht kostenlos, um die Wertigkeit des Formats zu wahren.

SERVICE.REPORT.IT: Sie sind ein Neuling in der deutschen Messelandschaft. Was qualifiziert sie dafür, ein innovatives Messeformat wie die Enterfairs auszurichten?

Gorzawski: Unser Team besteht aktuell aus rund zehn Leuten. Initiiert haben die Messe Michael Wirtz und ich. Michael versteht sich auf das Thema Messegestaltung, ich wiederum kenne mich gut in der Digitalisierungsbranche aus, in der ich viele Jahre für verschiedene Softwarefirmen gearbeitet habe. Ich weiß daher ziemlich genau, was Kunden bewegt, die das Ziel verfolgen, ihr Unternehmen digital aufzustellen.

SERVICE.REPORT.IT: Herr Gorzawski, wir danken für das Gespräch.


Veröffentlicht am 04.06.2019