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DIGI.REPORT

TA Triumph Adler / Bilanz
Erfolgreicher Schuldner

TA Triumph-Adler ist im siebten Jahr in Folge gewachsen. Die Direktvertriebe konkurrierender Druck-Dienstleister können davon nur träumen. Aber auch der Fachhandel sieht diese Entwicklung inzwischen mit Sorgen.

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Die TA Triumph-Adler GmbH hat im Geschäftsjahr 2019 (bis 31. März) einen Umsatz von 308,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Das waren 2,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor und 24 Prozent mehr als vor sieben Jahren. Seitdem ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen.

„Im ersten Halbjahr haben wir uns im Projektgeschäft definitiv mehr erhofft“, sagt Geschäftsführer Christopher Rheidt. „Dafür sind wir im zweiten Halbjahr an unseren  Aufgaben gewachsen und die erwartete Erholung ist eingetreten.“

Maßgebliche Wachstumstreiber waren nach Firmenangaben der erfolgreiche Ausbau des DMS-Geschäftes, eine starke Nachfrage nach Farbsystemen, die sehr gute Entwicklung der Serviceumsätze sowie die außerordentlich gute Performance im Export-Kanal unter der Fachhandels-Marke UTAX in Südeuropa.

Der Erfolg gründet auf mehreren Faktoren

Von solch kontinuierlichen Umsatzzuwächsen können andere Druckerhersteller nur träumen. Bei Konica Minolta Deutschland beispielsweise stagnierte der Umsatz im Geschäftsjahr 2018 (bis 31. März) bei rund 461 Millionen Euro, bei Ricoh Deutschland stürzte er im Geschäftsjahr 2018 (bis 31. März) sogar um fast acht Prozent auf 525 Millionen Euro ab.

Der Erfolg von TA Triumph Adler gründet auf mehreren Faktoren: einem breiten Produktportfolio, das neben Maschinen auch Softwarelösungen enthält, wettbewerbsfähigen Druckmaschinen, die zu den wirtschaftlichsten der Branche zählen, sowie der Unterstützung aus dem japanischen Mutterkonzern Kyocera Document Solutions, der auch im Druckerbereich solide Margen einfährt und damit den Preiskampf im Markt aktiv betreibt.

Gleiche Ware aus drei verschiedenen Kanälen

Gerade das aber treibt vielen Fachhändlern inzwischen die Schweißperlen auf die Stirn. Denn Kyocera buhlt mit drei verschiedenen Marken in Deutschland oft um denselben Kunden. Als TA Triumph Adler tritt der Direktvertrieb mit Kyocera-Produkten an. Die gleiche Ware offerieren die Fachhändler, die bei der eigenen Fachhandelstochter TAX kaufen. Schließlich drücken die Fachhändler, die bei der Schwester Kyocera Document Solutions in Meerbuch ordern, sehr viele Kyocera-Maschinen in den Markt. Fachhändler, die angesichts des hausinternen Wettbewerbs auf die eigene Marge achten, weichen da lieber gleich auf die Produkte anderer Hersteller aus. Einige fühlen sich buchstäblich von Kyocera umzingelt.

Der oft wiederholten Aussage, dass alle drei Kyocera-Marken unabhängig im Markt agieren, wird dabei unseren Recherchen zufolge immer weniger vertraut. „Die Gerätedaten meiner Kunden würde ich nie an Kyocera weiterreichen“, sagt ein Betroffener. „Denn der Konzern ist offensichtlich dabei, die Kundendaten aus allen Kanälen systematisch in einem zentralen Pool zusammenzuführen.“

Ein Ende der aggressiven Politik ist nicht abzusehen

Ein Ende der aggressiven Politik aber ist bei Kyocera nicht abzusehen. Denn trotz aller Erfolge wies die Bilanz der TA Triumph Adler GmbH für das Geschäftsjahr 2018 ein negatives Eigenkapital von rund 193 Millionen Euro aus.

Mit anderen Worten: Das Unternehmen ist bei der eigenen Mutter hochverschuldet. Und die will sicherlich einen Teil des Geldes irgendwann wiedersehen.

 

TA Triumph Adler GmbH
Geschäftsjahr 1 Umsatz Gruppe (Mio. €)
2019 308,4
2018 301,6
2017 285,2
2016 281,3
2015 267,8
2014 254,1
2013 251,5
2012 270,0
Quelle: TA Triumph Adler; 1: bis 31.3. 

Veröffentlicht am 14.06.2019



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