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DIGI.REPORT

SAP / Lizenzmodell
Die Bots im Blick

SAP hat sein Lizenzmodell und seine Audit-Prozesse an das digitale Zeitalter angepasst. Die Anwendergruppe DSAG begrüßt die Reform. Das gemeinsame Versprechen: Mehr Transparenz.

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„Die von SAP angekündigte Neuorganisation von Preismodell, Vertrieb, Lizenzaudits und Compliance ist die bemerkenswerte Konsequenz aus intensiven Workshops und Gesprächen mit der DSAG“, kommentiert Andreas Oczko, Vorstand der der Deutschsprachigen SAP Anwendergruppe (DSAG). „Mit Hilfe des SAP-Vorstands haben wir gemeinsam eine Vision zum Thema indirekte Nutzung für die Zukunft entwickelt und die Eckdaten für ein neues Lizenzmodell formuliert. Damit ist ein wichtiger erster Schritt getan, um Stolpersteine und Hindernisse aus dem Weg der Digitalen Transformation zu räumen.“

„Angesichts der digitalen Transformation haben wir die Herausforderungen unserer Kunden beim Thema Unterlizensierung verstanden und daher die nötige Anpassung vorgenommen“, ergänzt SAP-Vorstand Christian Klein. „Indem wir ein neues Preis- und Lizenzmodell vorstellen, sorgen wir bei unseren Kunden für höhere Transparenz, Vorhersagbarkeit und Konsistenz. Ich vertraue darauf, dass diese drei Aspekte unsere Kunden zu weiteren Investitionen in digitale Geschäftsmodelle ermutigen.“

Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Zugriffen

Das Lizenzmodell der SAP war in der Vergangenheit zunehmend auf die Kritik der Anwender gestoßen. Im Zentrum der Diskussionen stand das Preismodell für indirekte Zugriffe auf die SAP-Systeme.

Ein indirekter Zugriff erfolgt, wenn Geräte, Bots oder automatisierte Systeme auf den digitalen Kern zugreifen. Oder wenn Personen, Geräte oder Systeme den digitalen Kern indirekt über eine zwischengeschaltete Software eines anderen Anbieters nutzen – zum Beispiel ein Nicht-SAP-Frontend, eine eigenentwickelte Kundenlösung oder die Anwendung eines Drittanbieters.

Ein direkter Zugriff dagegen erfolgt, wenn ein Nutzer auf den digitalen Kern von SAP über eine Schnittstelle zugreift, die mit oder als Teil der SAP-Software bereitgestellt wird.

Bestandskunden können wählen

Bisher orientierte sich das Lizenzmodell der SAP ausschließlich an der Zahl der Nutzer und damit an der Zahl der direkten Zugriffe. Inzwischen finden aber immer mehr indirekte Zugriffe statt. Viele Kunden forderten daher ein alternatives Lizenzmodell.

Das neue Lizenzmodell, das in enger Zusammenarbeit mit der DSAG erarbeitet wurde, sieht diese Regelungen vor.

  • Zukünftig unterscheidet SAP zwischen direkten und indirekten Zugriffen.
  • Das neue SAP-Modell greift sowohl für den digitalen Kern – SAP S/4HANA und SAP S/4HANA Cloud – als auch SAP ERP.
  • Bestandskunden können wahlweise beim bisherigen Modell bleiben oder auf das neu dokumentenbasierte Preismodell wechseln – je nachdem, welches Modell besser zu ihren SAP- und Drittanwendungen passt.
  • Es gibt Konversionsangebote, mit deren Hilfe Kunden vom bestehenden auf das neue Preismodell wechseln können.

Trennung von Vertrieb und Audit

Zudem will SAP strikt Vertriebs- und Audit-Organisationen voneinander trennen. Der Grund: Immer wieder kommt es zu Differenzen zwischen Kunden und SAP, wie ältere Vertragswerke hinsichtlich der neuen digitalen Anforderungen zu interpretieren sind. Dies wirkt sich teilweise negativ auf parallel verlaufende Gespräche zur Neuanschaffung von Software aus.

Durch die Trennung der Zuständigkeiten will SAP nun voneinander unabhängige Diskussionen erleichtern und Messwerkzeuge zur Verfügung zu stellen, so dass Kunden in der Lage sind, ihren eigenen User- und Lizenz-Verbrauch jederzeit selbst zu überwachen.

Das neue Vertriebs-, Audit- und Preismodell will SAP noch im April ausrollen. In den kommenden Monaten sollen weitere Informationen und Werkzeuge folgen, die den Kunden helfen, die neuen Lizenzbestimmungen leichter zu verstehen und das für sie passende Modell auszuwählen.

Beendet sind die Diskussionen zwischen Anwendern und Herstellern damit allerdings nicht. Auf der Agenda steht nun ein Preismodell für das Internet der Dinge, das DSAG-Vorstand Oczko schon jetzt als „branchenweit einmalig“ bezeichnet.


Veröffentlicht am 10.04.2018



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