Digitalisierung & Dienstleistungen
Auswählen. Ausschreiben. Austauschen.
Wir schaffen AAA-Transparenz.

DIGI.REPORT


Sage Deutschland / HR-Software

Fachkräftemangel treibt Umsatzrekord

In Deutschland wuchs das Softwarehaus Sage zuletzt überdurchschnittlich stark, vor allem im HR-Bereich. Das Unternehmen profitiert von den steigenden Anstrengungen seiner Kunden, qualifiziertes Fachpersonal zu finden. Die Vertriebspartner CompData und Starke Datensysteme äußern Lob und Kritik – und bewerten die Relevanz der Cloud-Angebote für das eigene Geschäft zurückhaltend.

IT-Sicherheit.jpg/

In Deutschland wuchs das Softwarehaus Sage zuletzt stärker als im Rest der Welt. Während der Konzern für das Geschäftsjahr 2018 (bis 30. September) ein Umsatzplus von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr meldete, verkündete die deutsche Tochter einen Zuwachs von mehr als zehn Prozent. Die Erlöse in Deutschland und Österreich summierten sich damit auf 154,7 Millionen Euro - so viel wie nie zuvor. Über 70 Prozent seines Umsatzes generiert Sage in Deutschland über rund 1.000 Partner. Im Geschäftsjahr 2018 kamen Firmenangaben zufolge insgesamt 24 neue Partner hinzu.

Umsatzanteil HR-Software: Zehn Prozentpunkte plus in vier Jahren

Den größten Anteil am Umsatzentfiel nach Firmenangaben auf das Kernprodukt Sage 100cloud, die ERP-Software für kleine und mittelständische Unternehmen von 10 bis 200 Nutzern. Das größte Wachstum hingegen erzielte Sage bei den HR-Produkten. In diesem Bereich stiegen die Umsätze um mehr als 30 Prozent auf 55,4 Millionen Euro. Die HR Suite Plus war im letzten Geschäftsjahr die Produktlinie mit den größten Umsatzzuwächsen bei Sage Deutschland. Damit spielen Lösungen für die Gewinnung, die Qualifizierung und die Verwaltung von Mitarbeitern eine immer wichtigere Rolle. Ihr Anteil am Gesamtumsatz stieg bei Sage innerhalb von vier Jahren von rund 26 Prozent auf aktuell rund 36 Prozent.

„Es herrscht Vollbeschäftigung“, sagt Reiner Veit, Geschäftsführer der CompData Computer GmbH in Albstadt. „Daher hat alles, was mit der Abrechnung und Betreuung der aktuellen Mitarbeiter sowie der Gewinnung neuer Mitarbeiter zu tun hat, an Bedeutung gewonnen.“ 

Exact-Übernahme: Entschiedender Schub für die Erfolgsgeschichte

Den entscheidenden Schub erhielt die Erfolgsgeschichte von Sage im Herbst 2014 mit der Übernahme der Übernahme der Exact Software Deutschland GmbH. Das Unternehmen betreute rund 3.400 kleine und mittelständische Kunden, die schwerpunktmäßig aus den Branchen Fertigungs-, Service- und Bauindustrie kamen. Sage rückte durch den Zukauf auf Platz zwei der Lohnabrechnungsanbieter im deutschen Markt vor mit einem Gesamtumsatz von nach der Übernahme rund 30 Millionen Euro. Bis heute wurde dieser Wert fast verdoppelt.

Veit hält die Übernahme nicht nur wegen der Verbreiterung der Kundenbasis für einen gelungenen Schachzug. Er hofft in diesem Zusammenhang auch darauf, dass sich die Partnerbetreuung dadurch verbessert. Es gebe aktuell rund 60 Mitarbeiter am Standort München, die ursprünglich von Exact kamen und vermehrt nun auch im Bereich Support und Consulting für die HR Suite Plus ausgebildet würden.

CompData: Wünschenswert wäre eine verbesserte Kommunikation

„Die Hotline konnte anspruchsvollere Fragen zur HR Suite Plus bislang nicht immer hinreichend beantworten“, erklärt er. „Wünschenswert wäre auch eine verbesserte Kommunikation über die Fehler, die Sage in der Lösung gefunden hat, damit wir diese nicht zusätzlich an den Support melden müssen.“

Die CompData Computer GmbH konnte sich im Rahmen des Winner Circle Awards 2018 als bester Vertriebspartner in den Kategorien „Anzahl selbstgenerierter Leads“, „Umsatzwachstum“ und „Bestandskundenbindung“ platzieren. Das Unternehmen konzentriert sich in Bezug auf Sage auf den Vertrieb der HR Suite Plus. Auf Basis dieser Personalsoftware hat das Unternehmen im eigenen Rechenzentrum eine Sage-Cloud und einen eigenen Service für Buchhaltung und Lohnabrechnung aufgebaut, über das aktuell pro Monat rund 5.000 Mitarbeiter der Auftraggeber abgerechnet werden. „Zwar dominieren bei uns noch die OnPremise-Projekte“, sagt Veith. „ Einige Kunden sind mit uns aber auch bereits in Cloud gegangen oder in ein Hybrid-Modell.“

Starke Datensysteme: Kunde kehrt Cloud den Rücken

Sage zufolge sind die Umsätze mit Cloud-Produkten im letzten Geschäftsjahr mit 15,4 Prozent stärker als der Gesamtumsatz gestiegen. Felix Reichert, Geschäftsführer der Starke Datensysteme Erfurt GmbH, kann diesen Trend im eigenen Unternehmen aktuell nicht nachvollziehen. „Von unseren Kunden ist keiner auf eine Cloud-Lösung umgestiegen“, sagt er. „Im Gegenteil ist einer wieder in die klassische Lizenzwelt zurückgekehrt“. Ob Sage mit seiner Cloud-Strategie den Bedarf kleinerer und mittlerer Kunden treffe? „Diese Frage kann ich nicht beantworten. Wir fokussieren mit der Sage Software auf Großkunden.“

Auch sein Unternehmen wurde zuletzt im Rahmen des Winner Circle Awards ausgezeichnet: als bundesweit wachstumsstärkster Partner im Bereich der Personalwirtschaft. „Wir haben damit im letzten Geschäftsjahr 13 große Projekte gewonnen“, freut sich Reichert. „Im Jahr zuvor waren es nur drei“.

Selbstkritisch: Sage scheut nicht davor zurück, die eigene Strategie zu hinterfragen. 

Den Erfolg führt er vor allem auf drei Dinge zurück: die hohe Anwenderfreundlichkeit der Lösung, die gute Betreuung durch Sage und das preislich attraktive Aktionsangebot für alle Exakt-Kunden. Sage hat das Ende der Softwarewartung für Exact-Produkte für 2019 angekündigt. „Mit dieser Mischung konnten wir viele Kunden von einem Umstieg auf die HR Suite überzeugen.“ Auch für die Zukunft sieht er das Unternehmen klar auf Wachstumskurs.

Was er an der Zusammenarbeit außerdem schätzt? „Dass das Unternehmen nicht davor zurückscheut, die eigene Strategie konstruktiv zu hinterfragen.“ Sage habe in den vergangenen Jahren viele Entscheidungen revidiert, um den Verkauf der Software einfacher zu machen. „Beispielsweise wurden die Lizenzvarianten wieder verschlankt und auch die zuletzt sehr englische Namensgebung teilweise wieder rückgängig gemacht.“

Den urdeutschen Klassiker „PC-Kaufmann“ wird es dennoch wohl nie wieder geben.

Wo haben Kunden bzgl. HR-Software aktuell den größten Handlungsbedarf?
● Controlling-Auswertungen
● Bewerberverwaltung
● Weiterbildungsverwaltung
● Ressourcenverwaltung
● Personalkostenplanung
● Mitarbeiterportal
● Versand Dokumente per Mail
Quelle: Reiner Veit, CompData

Veröffentlicht am 11.01.2019